Neu: Die aktuelle erweiterte Schulleitung des MTG (von links nach rechts): 

DIR 2022 Erw SL

Herr Knoll (ständiger Stellvertreter des Schulleiters, zuständig für Jgst.7), Frau Klinge (Mittelstufenkoordinatorin, zuständig für Jgst. 10), Frau Kreuter (ständige Stellvertreterin des Schulleiters, zuständig für Jgst. 9), Herr Kolb (Schulleiter, zuständig für Jgst. 6), Frau Altmann (Mitglied der Erweiterten Schulleitung, zuständig für Jgst. 8), Frau Eggert (Unterstufenkoordinatorin, zuständig für Jgst. 5)

 

Innovativ: Das Modell der geteilten Führung

„Offen aus Tradition“ - dieses Motto unterstreicht die hohe Innovationsbereitschaft der Stadt Erlangen. Und Innovationen haben auch am einzigen kommunalen Gymnasium der Stadt Erlangen eine gute Tradition: Bereits ab 2008 zählte das MTG zu einem der ersten Gymnasien, in dem mit der Erweiterten Schulleitung eine zeitgemäße Führungsstruktur erprobt wurde. Auch die Einführung einer Verwaltungsleitung ab 2012 darf als wegweisend für eine innovative schulische Organisationsstruktur gelten.

Nun wird die Funktion der ständigen Stellvertretung der Schulleitung ab Beginn des Schuljahres 2022/23 kommissarisch in geteilter Führung mit zwei Lehrkräften besetzt. Die geteilte Führung soll als Modell, befristet bis 2025, erprobt werden. Durch den Stadtrat wurde Frau Kreuter und Herrn Knoll kommissarisch die Funktion der ständigen Stellvertretung des Schulleiters zur Hälfte übertragen. Zur anderen Hälfte werden den beiden die Aufgaben als Mitarbeiter*in der Schulleitung übertragen.

Frau Altmann wird kommissarisch, ebenfalls bis 2025 befristet, mit der Wahrnehmung der Funktion Erweiterte Schulleitung betraut. Zudem wird die Funktion der Pädagogischen Koordination Unterstufe mit Erweiterter Schulleitung mit Beginn des neuen Schuljahres fest an Frau Eggert übertragen.

 

Konstant: Die Säulen des Schulprofils

Unsere 2008 eingeführte zeitgemäße Führungsstruktur ist integraler Bestandteil des Schulprofils. Die derzeit fünf Mitglieder der Erweiterten Schulleitung übernehmen alle Verantwortung für eine Jahrgangsstufe, indem sie diese in der Regel nicht nur aktiv unterrichten, sondern auch pädagogisch begleiten und über eine besondere sach- und situationsbezogene Nähe zu den Anliegen und Themen der Schüler*innen und Eltern dieser Klassen verfügen. Ausgehend von der Maxime „Wir und unsere Schule“ werden die jungen Menschen über das professionelle pädagogische Handeln des Schulleitungsteams erreicht und gleichmäßig in allen Klassen der Jahrgangsstufe ausgebildet. Wir haben den einzelnen Schüler bzw. die einzelne Schülerin damit kontinuierlich im Blick und begleiten die Entwicklung vom Kind zum jungen Erwachsenen nach dem Motto „Stärken stärken“.

Ein gleichwertiges Nebeneinander des Bildungs- und Erziehungsauftrages stellt eine weitere Säule des MTG-Profils dar, das auf einem breiten pädagogischen Konsens fußt. Dieser findet seinen Ausdruck in der Auszeichnung des MTG als „Lions Quest-Modellschule“, einem seit nunmehr zwei Jahrzehnten an unserer Schule eingesetzten pädagogischen Programm zur Persönlichkeitsentwicklung. Als einziges Gymnasium bundesweit wurde das MTG hierfür bereits viermal zertifiziert - 2007, 2012, 2015 und 2020.

Schule ist für uns viel mehr als bloßer Unterricht: Unser Schulzirkus Mozzarella, ein eigenes professionell ausgestattetes Schultheater, breit aufgestellte Musik-Ensembles mit einer Bigband und einem Orchester sowie ein überaus reger Kunstbetrieb lassen unser Gymnasium zu einem ganzheitlichen Erfahrungs- und Lebensraum werden. Schulische Gemeinschaft wird so unmittelbar erfahrbar, Können und Kreativität unserer Schüler*innen nicht nur im Schulhaus, sondern auch im öffentlichen Raum sichtbar.

In den vergangenen Jahren wurde das Schulprofil des MTG auf Initiative der Schulleitung kontinuierlich und innovativ erweitert, z.B. durch die Einführung des Faches Chinesisch als spätbeginnende Fremdsprache, in der man am MTG als einzigem Gymnasium im Großraum auch sein Abitur ablegen kann. Aus dem Stand wurde unsere Schule 2018 Teil des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC, das dem MTG mit seinen vielfältigen Angeboten in allen MINT-Fächern zum fächerübergreifenden forschenden Lernen, den Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie regelmäßigen erfolgreichen Wettbewerbsteilnahmen ein hervorragendes MINT-Profil attestiert.

 

Perspektivisch: Die Handlungsfelder einer Schule der Zukunft nach Corona

Die erweiterte Schulleitung trägt hierbei in besonderem Maße Verantwortung für eine planvolle pädagogische Schulgestaltung. Gemeinsam mit dem Kollegium und allen am Schulleben Beteiligten gilt es ein über Jahrzehnte gewachsenes Schulprofil auf der Basis unseres in der Schulcharta zum Ausdruck kommenden Leitbildes weiterzuentwickeln zu einer in sich konsistenten, ganzheitlichen Konzeption, die durch einen hohen Grad an Konsensfähigkeit über Zielvereinbarungen zustande kommt. Verantwortung durch Partizipation, Vereinbarung und Verbindlichkeit sind dabei zeitgemäße Instrumente unserer modernen Führungskultur.

Die erweiterte Schulleitung begreift die aktuellen Krisen auch als Chance, Schule zukunftsfähig zu gestalten, Neues zu erproben und auch überkommene Strukturen aufzubrechen. Das MTG wird als Lern- und Lebensort in manchen Bereichen „ohne Geländer“ und wohl auch grundlegend „neu gedacht“ werden.

So werden Lehrkräfte und Schüler*innen noch stärker, als das seit Jahren ohnehin bereits am MTG geschieht, kooperativ und kollaborativ arbeiten, um so passgenau Bildungsprozesse zu gestalten und Potenzialentfaltung zu ermöglichen. Ein deutlich flexibleres, zeit- und ortunabhängigeres Lernen entwickelt sich gerade, bei dem unsere Schüler*innen nicht mehr nur vor Ort lernen, sondern eben auch von Zuhause oder an externen Lernorten, oft digital, wann sie möchten, wie oft sie es brauchen und in welchem Format sie es am besten können.

Als eine langfristig noch größere Herausforderung als die Digitalisierung und die Individualisierung von Bildung dürfte sich indes die Demokratieerziehung erweisen. Die Institution Schule muss, um unsere solidarische und demokratische Gesellschaft zu erhalten, eine übergeordnete gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, nämlich junge Menschen im Sinne unserer demokratischen Grundwerte zu couragierten Staatsbürger*innen zu erziehen, die für die Werte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung auch aktiv einzutreten bereit sind.

Armin Kolb, Schulleiter