Eine von uns

Ich liebe es, Theater zu spielen. Es ist so viel realistischer als das Leben.

Diese Worte Oskar Wildes beschreiben das Theater doch recht gut. Während wir Tag für Tag durch die Welt laufen, nehmen wir nur eine Realität wahr- die eigene. Doch eine Rolle zu spielen bedeutet eine völlig neue Realität zu erschaffen, mehr zu sehen, anders wahrzunehmen, als wir es sonst tun würden. In einem Stück kennt jeder Schauspieler die Realität der Rollen.

In unserem P-Seminar sind wir noch einen Schritt weiter gegangen: Wir wollten den Zuschauern das Innenleben der Charaktere vor Augen führen.

Anfangs wirkt es wie ein gewöhnlicher Krimi, ein Toter, viele Verdächtige, doch durch die Momente, die viele der Rollen im Laufe des Stückes präsentieren, werden ihre Sichtweisen näher beleuchtet. Das war sowohl uns, den Schauspielern, als auch Frau Gänßbauer und Katharina Marquard sehr wichtig.

Nachdem wir am Anfang des Jahres Zeit in Objekttheater investiert und uns dann mit vielen Übungen weiterentwickelt hatten, nahmen die Grundzüge unseres Stückes langsam Gestalt an. Zu Beginn fiel es ziemlich allen schwer, sich in die komplett unterschiedlichen Charaktere hineinzuversetzen, da man sich die eigene

Person nicht in jeder der Rollen vorstellen konnte. Der Gedanke an rollierende Rollen während des Stücks schien uns da noch völlig unmöglich.

Später, als sich jede auf einzelne Charaktere spezialisierte und die Texte langsam vertrauter wurden, gewannen wir an Sicherheit. Doch auch noch wenige Wochen vor der Aufführung gab es Fragen und Zweifel! Würden wir es mit den Wechseln schaffen? Würde es uns gelingen, den Schalter zwischen den zwei Rollen, die wir jeweils spielten, umzulegen? Wie würde das fertige Stück auf der Bühne und wie auf die Zuschauer wirken?

In der letzten Woche vor unserer Aufführung war Powerproben angesagt. Da konnten wir unserer Kreativität im Theaterkeller freien Lauf lassen. Wir probten lang und intensiv. So manche war auch etwas erschöpft. Aber wir haben uns in diesen wenigen Tagen so stark weiter entwickelt, dass wir uns schlussendlich auf der Bühne kaum wieder erkannten! Ich glaube, und hoffe, ich spreche für jede in diesem Seminar:

Beim ersten Treffen standen sich 13 noch ziemlich fremde Mädchen gegenüber, doch dieses gemeinsame Jahr und die Leistung, die wir zusammen erbrachten, haben uns zu einer starken Gruppe gemacht.

Hierfür möchte ich im Namen aller Seminarteilnehmerinnen Frau Gänßbauer danken - sowohl für ihre Motivation und ihr Durchhaltevermögen als auch dafür, dass wir dieses Erlebnis miteinander teilen durften!!

Melina Dietrich

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