Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Stadtrat mit seinem Beschluss vom 26.03.2015 zum Bau einer Zweifachturnhalle auf dem Gelände des Pausenhofs nicht den Bitten und Argumenten der Schule entsprochen hat.
Nachdem diejenige Bauvariante, die verlorene Pausenfläche durch eine Dachnutzung wieder wettgemacht hätte – übrigens die nach einhelligem Urteil beste Lösung – aus Kostengründen verworfen wurde, wurde auch dem Gesuch auf Prüfung eines anderen, aber schulnahen Standortes nicht entsprochen, da trotz des Baukörpers die Mindestpausenhoffläche von drei Quadratmetern pro Schüler gegeben sei.

Die zu der Rastsitzung in großer Zahl erschienenen Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte mussten nach einer beinahe dreistündigen, z. T. sehr emotional geführten Debatte erfahren, dass ihre Argumente und ihr Begehr bei den Mehrheitsparteien kein Gehör fanden. Gegen den heftigen Protest der Oppositionsparteien wurde die für die Schulfamilie schlechteste Baulösung in einem namentlichen Abstimmungsverfahren mehrheitlich beschlossen.

Selbstverständlich freuen sich alle MTG’ler auf die dringend notwendigen Hallen.

Dennoch: Ein 13 Meter hoher, Schatten werfender Baukörper im Süden des Pausenhofes mit vorgelagerten Umkleidekabinen, zwei Hallen übereinander – für größere Veranstaltungen oder gemeinsame Ballspiele ungeeignet – und bis zum Abriss der alten Turnhalle erst mit dem Zeitpunkt der Fertigstellung der Sanierung (2020 oder später) eine deutlich eingeschränkte Bewegungsfläche: Daran schlucken wir schwer.

Die Ausmaße des nun zu bauenden Turnhallenkörpers wird den Betrachter betroffen machen, und wie die anderen Bauabschnitte am MTG auch, wird die Disharmonie mit dem Schulgelände für alle wahrnehmbar sein. Aber der unserer Schule innewohnende gesunde Geist wurde über alle schmerzlichen Erfahrungen der jüngsten Baugeschichte des MTG wieder einmal deutlich. Das Engagement, der Zusammenhalt und das mutige Eintreten von Schülern, Lehrkräften und Eltern für unsere Sache waren zutiefst eindrucksvoll. Und so wollen wir uns nach dieser Niederlage auch mit den neuen Gegebenheiten konstruktiv zurechtfinden, denn es ist gute Tradition am MTG, Widrigkeiten stets das Beste abzuverlangen. Wir werden die von einzelnen Stadträten in Aussicht gestellte Perspektive, uns bei der Pausenhofgestaltung mit über 100.000 € zusätzlich zu unterstützen, sehr gerne aufgreifen und - auch das ist gute Tradition – zusammen mit Schülern, Eltern und Lehrkräften recht bald Vorschläge für eine Gestaltung der Freiflächen erarbeiten. An gutem Willen, kreativem Potential und vernünftigen Überlegungen fehlt es uns nicht. Das haben wir schon oft unter Beweis gestellt. Unsere Erwartung, dass uns der Stadtrat bei der Realisierung einer ansprechenden Pausenhofgestaltung dann unterstützen wird, ist hoch.

Erlangen, 09.04.2015
Reane Strübing
Oberstudiendirektorin