Wie der bayrische Freistaat versucht, politisches Interesse bei Jugendlichen zu wecken

Bar - „Politik geht auch mich an“. Dieser Spruch begrüßte 33 Schülerinnen und Schüler am 2.10.18 im Ministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und für Heimat, gedruckt auf einem der Gastgeschenke, die die Landeszentrale für politische Bildung dort bereitstellte. Dass Politik ein wichtiges Thema ist, hatten die 10. Klassen des MTGs offensichtlich bereits verstanden: Weit mehr als die erlaubten 33 Personen hatten sich für die Fahrt nach Nürnberg angemeldet.

Es musste ausgelost werden. Und dementsprechend froh waren die 10.-Klässlerinnen und 10.-Klässler, die letztendlich teilnehmen durften. Den 1. Teil unserer Exkursion gestaltete Andreas Koch. Er brachte uns zunächst die Unterschiede zwischen der normalen und der politischen Definition des Worts „Heimat“ nahe. Mit Heimat assoziiert man im Allgemeinen den Ort, an dem man geboren wurde und aufgewachsen ist und wo man sich auch zuhause fühlt. Ganz anders die politische Konnotation: Hier ist mit Heimat der ländliche Raum gemeint. Ziel des Heimatministeriums ist es, dieser mehr Rechte zu geben und gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen. Hierfür hat es seit einiger Zeit sogar einen Verfassungsauftrag. Die Erfüllung dieses Auftrags wird durch folgende Säulen gestützt:

  • Kommunalfinanzen (Fördertopf, dessen Inhalt an schrumpfende Gemeinden verteilt wird, um ihre Attraktivität zu erhöhen)
  • Landesentwicklung (zuständig für kollektive und übergreifende Regionenentwicklung)
  • Digitalisierung ( Investition in z.B. Breitbandausbau, Geld hierfür wurde von der EU erbeten, bisher wurden 2,1 Mrd. Euro ausgegeben)
  • Leuchtturmprojekte (Sich Präsentieren der Politik durch z.B. Ausbau Augsburgs zur „Metropole“
  • Behördenverlagerung (Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Verlagerung der z.B. Steuerbehörden aufs Land)

Anschließend wurde uns die Pressearbeit des Ministeriums anhand des Pressespiegels in einer Arbeitsphase verdeutlicht.

Im Anschluss erläuterte Herr Koch die Geschichte des Hauses, in dem sich das Ministerium befindet. Schon im 12. Jhd. –damals stand dort die St. Nicholas-Kapelle – wurde es als Wirtschaftsgebäude genutzt. Im Zuge der Säkularisation wurde es an weltliche Ökonomen übergeben und blieb dort auch: Das Gebäude wurde schließlich zur bayrischen Staatsbank. 1850 wurde das Kapellgebäude abgerissen und ersetzt. Dieser Nachfolger wurde 1945 zerbombt. Bis Finanz-und Heimatminister Markus Söder das wieder aufgebaute Haus 2013 mietete, bot es Raum für diverse Banken.

Als Nächstes kamen wir in den Genuss einer Hausführung, die im Tresorgeschoss begann. Dieser über 150 Jahre alte Trakt wurde beim Einzug des Ministeriums von der vorherigen Bank übernommen. Daraufhin wurden wir in den  „Raum der Stille“ geführt, bei dem es sich um eine Idee des jetzigen Ministerpräsidenten Söder handelt und einen Rückzugsort darstellt. Am Ende durften wir noch das Zimmer des „amtierenden Landesvaters“ selbst betreten, ein Gruppenfoto hinter dessen Schreibtisch machen und uns über versch. Dinge wundern wie z.B.  einen R2D2 oder ein Spiderman-Plakat, welche Markus Söder an seine Kindheit bzw. Jugend erinnern sollen.

Den nächsten Programmpunkt bildete ein interessanter Vortrag über soziale Medien und Datenschutz, welcher genau auf uns Jugendliche als Hauptnutzer von Whatsapp und Co zugeschnitten ist. Nach allgemeinen Infos über Datenschutz sahen wir uns die Datenspeicherung am Beispiel von Whatsapp und Facebook an. Besonders erschreckend war das Ausmaß der Informationsspeicherung, die eigentlich gegen jegliche rechtliche Vorschriften verstoßen, die wir Benutzer aber durch Zustimmung der Nutzerbedingungen erlauben. Die genannten Aspekte waren uns schon bekannt, hätten aber Einschränkungen im Bezug auf die Nutzung des Internets bedeutet. Im Endeffekt muss jeder Nutzer selber abwägen, ob ihm Datenschutz oder die uneingeschränkte Nutzung kostenloser Nachrichtendienste wichtiger erscheinen.

Mit einem Quiz- organisiert von den beiden Vertreterinnen der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit - rund um die bayrische Staatsregierung wurde unser Besuch im eigentlichen Ministerium abgerundet.

Unser Aufenthalt in Nürnberg wurde jedoch noch gekrönt von einer Besichtigung der Kaiserburg. Nach der eindrucksvollen Besichtigung des Tiefen Brunnens, der knapp 50 m in den Boden reicht, sahen wir uns die Doppelkapelle an. Die dortigen Skulpturen wurden während des 2. Weltkriegs ausgelagert und überstanden so das Bombardement. Von dort aus ging es in den Kaisersaal und des Kaisers Schlafzimmer. Besonders in Erinnerung blieb die 3D- Nachbildung der kaiserlichen Krone und das Modell der Nürnberger Altstadt aus dem 16. Jhd.

Insgesamt blicken wir in sehr positiver Erinnerung an diesen Ausflug zurück und sind sehr froh darüber, unter den 33 Glücklichen zu sein, die teilnehmen durften.

Magdalena Dietz, Therese Demleitner, 10a

Lehrkräfte Sozialkunde am MTG

Barth Dr., Erwin
Barth Dr., Erwin
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Bar
Bösl, Karl-Heinz
Bösl, Karl-Heinz
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Bs
Schmidt-Tychsen, Ingo
Schmidt-Tychsen, Ingo
Englisch / Sozialkunde
Kürzel:ST
Teufel, Florian
Teufel, Florian
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Tfl
Fachbetreuung G./Sk., Personalrat