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Brt - Aus aktuellem Anlass hat sich der Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte mit dem Thema „Kommunalwahlen 2020 in Bayern“ beschäftigt und einen Fragenkatalog an die Kandidatinnen und Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl in Erlangen entwickelt. Sechs von acht angeschriebenen OB-KandidatInnen haben uns fristgerecht geantwortet. An dieser Stelle möchten wir uns für die “Gesprächsbereitschaft“ herzlich bedanken.

Wir würden uns freuen, wenn Sie die im O-Ton abgedruckten Antworten lesen und gerne auch kritisch reflektieren würden.

Die Anordnung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge.

Ihr Wahlkurs PuZ (7.-10. Klassen)

1.Wer wäre - abgesehen von Ihnen – die beste Kanditadtin/ der beste Kandidat als Bürgermeister oder Bürgermeisterin in Erlangen?

Erlangen ist bereit für eine ambitioniertere Klimapolitik, die die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder sichert. Die nächsten sechs Jahre sind die für unsere Zukunft alles entscheidenden. Die aktuelle Stadtspitze hat manches gut verwaltet, aber sie hat, wie auch ihre Vorgänger in den vergangenen Jahrzehnten, wider besseres Wissen zu wenig gehandelt. Wir brauchen jetzt Macher, die im Klimaschutz konsequent handeln. Dieses Profil erkenne ich persönlich in keinem der anderen KandidatInnen. In der Stichwahl setze ich darauf, dass sich alle demokratischen Parteien klar zu einer Zukunft für unsere Stadt und vor allem der jungen Generation bekennen. Wir müssen jetzt alle Erlanger Bürgerinnen und Bürger für die schnelle Umsetzung einer zukunftsfähigen Politik zusammenführen – dazu werbe ich unter allen demokratischen Parteien intensiv um Unterstützung meiner Kandidatur, insbesondere für die Stichwahl.  (von S. Hornschild, Klimaliste Erlangen)

Diese Entscheidung überlasse ich den Bürgerinnen und Bürgern.

(von F. Janik, SPD)

 

Ich kandidiere um das weltoffene Erlangen zu erhalten, Bürger*innen demokratisch mitzunehmen, für Transparenz und Mitbestimmung einzustehen und unsere Zukunft zu gestalten.
Wem die Bürger*innen am Ende ihr Vertrauen schenken wird die Wahl entscheiden. (von S. Lender-Cassens, Grüne)

Wenn ich der Meinung wäre, dass ein anderer Kandidat/Kandidatin dieselben Inhalte mit der gleichen Leidenschaft vertreten würde, und die anderen Kandidaten/Kandidatinnen alle als Chef der Stadtverwaltung in Frage kämen, müsste ich nicht kandidieren.

(von H. Schulze, FDP)

 

Ich gehe davon aus, dass sich die Frage auf das Amt des Oberbürgermeisters bezieht. Aktuell sind viele Erlangerinnen und Erlanger mit der Arbeit des Oberbürgermeisters aus den unterschiedlichsten Gründen unzufrieden. Das will ich auf jeden Fall besser machen.

(von J. Volleth, CSU)

 

Mein Favorit wäre Friedrich Rückert.
(* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses; bei Coburg)
Er war Privatgelehrter, Redakteur, Sprachgenie und Dichter und beherrschte 44 Sprachen. Sprache ist der Schlüssel zu Verständigung, Toleranz und Miteinander.
Als Weltpoet und Gelehrter war er genauso wie das Gymnasium MTG, Menschlich Modern - Traditionell und Global, eingestellt.
Er verkörperte unser Stadtmotto „Offen aus Tradition“ und hätte als Bürgermeister gut zu unserer Stadt gepasst.

Sein Zitat:

„Am besten machst gleich dein Ding im Anfang recht;
Nachbesserung macht oft Halbgutes völlig schlecht“,

zeigt seine Einstellung, die ich teile.

(A. Wirth-Hücking, Freie Wähler)

 

2.Haben Sie vor, das Kinder- und Jugendprogramm in Erlangen zu erweitern, und wenn ja, wie?

Auch das Kinder- und Jugendprogramm muss erweitert werden. Die Erweiterung des Programms sollte vor allem Angebote zur Aufklärung über die Klimakrise beinhalten. Denn im Moment steuert unser Planet auf mehr als 3° C globale Erhitzung bis 2100 zu. Für Deutschland bedeutet dies 6-8° C, da sich die Landmassen stärker aufheizen als die Meere (in Erlangen ist es bereits jetzt 2° C wärmer). Die dadurch entstehenden globalen und gesellschaftlichen Verwerfungen werden unsere Welt bis zur Unkenntlichkeit verändern. Wenn wir die Frage stellen, bereitet unser Bildungssystem die junge Generation auf diese Welt ausreichend vor? Dann ist die klare Antwort: Nein! Die jetzigen Bildungspläne sehen eine Auseinandersetzung mit dem Themen Klima, Artensterben und Konflikte nicht vor. Unser Bildungssystem reproduziert weiter soziale Ungleichheit, statt rundum kompetente Menschen hervorzubringen, die die zukünftigen Herausforderungen meistern können. Es liegt in der Hand des bayerischen Kultusministeriums dies zu ändern. Darauf werden wir nicht warten und deshalb das Kinder- und Jugendprogramm um entsprechende Angebote hierzu erweitern.

(S. Hornschild, Klimaliste Erlangen)

 

Kinder- und Jugendprogramm ist ein sehr weiter Begriff. Das geht von der Kinder- und Jugendbeteiligung über Spielplätze und Freizeitanlagen bis zur Soziokultur wie z.B. der Förderung des E-Werks. Natürlich gehört für mich auch die Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Schulen und Jugendclubs dazu. Wenn ich mir also all diese Bereiche ansehe, werden wir diesen Bereich ganz sicher auch weiterhin erweitern und fortentwickeln. Man sollte aber alle Politikbereiche regelmäßig wieder überprüfen, ob sie noch bei der Zielgruppe ankommen, ob sie ausreichend gefördert sind, oder ob etwas fehlt.

(F. Janik, SPD)

 

Die vorhandenen Programme und Einrichtungen sollen weiter ausgebaut werden. Das E Werk steigt gerade in diesen Bereich vermehrt ein, das freut mich sehr.
Die Existenz der Abenteuerspielplätz muss langfristig gesichert werden. Die Stadtteil Jugendclubs könnten wieder mehr aktiviert werden.
https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1407/1116_read-32839/
Da sie selbstverwaltet sind braucht es allerdings Betreuung und Anleitung und Ansprechpartner*innen im Amt für Soziokultur, denn Ehrenamt braucht Hilfe. Dazu wäre mehr Fachpersonal nötig. Die Bürgertreffs benötigen auch mehr Personal, um in die Stadtteile zu gehen und insbesondere auch Kinder und Jugendliche für ihre Angebote zu begeistern. 
Die Sportangebote für Kinder und Jugendliche sowohl über die Vereine als auch im öffentlichen Raum müssen noch interessanter und attraktiver für alle werden. Eine zweite Skaterbahn und ein Pumptrack wären toll, wir suchen gerade den nötigen Platz dafür. 
Spielplätze, Grünanlagen und Freizeitflächen interessanter und an die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Nutzer*innengruppen anzupassen ist wichtig.

(S. Lender-Cassens, Grüne)

 

Unser Programm zur Kommunalwahl 2020 weist hier eine Reihe von Punkten auf. Das wichtigste Anliegen ist dabei sicherlich die Stärkung der frühkindlichen Bildung: Aus meiner beruflichen Tätigkeit in der Hirnforschung heraus, in der ich mich viele Jahre mit den neurobiologischen Mechanismen von Lernen und Gedächtnisbildung beschäftigt habe, weiß ich, wie wichtig gerade diese Zeit für die Reifung des Gehirns und damit das optimale Ausschöpfen der individuellen Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder ist. Kitas und Kindergärten müssen daher noch mehr als echte Bildungseinrichtungen betrachtet und betrieben werden, die klassische Sicht als reine Betreuungseinrichtungen zur Entlastung der Eltern muss endlich flächendeckend der Vergangenheit angehören. Dies ist im Übrigen auch eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass der in Deutschland immer noch bestehende Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg überwunden werden kann, neben dem Angebot von Ganztagsschulen. Wenn man dies ernst nimmt, dann muss sich daraus die Forderung ergeben, dass der Besuch von Kitas und Kindergärten als echte Bildungseinrichtungen von den Kindern auch kostenfrei besucht werden können: Bildung in Deutschland muss frei sein, zumindest bis zum Schulabschluss (danach hat Bildung keinen Einfluss mehr auf die strukturelle Hirnentwicklung, da diese mit Ende der Pubertät abgeschlossen ist). Ich fordere daher, dass die Stadt Erlangen den Eigenanteil der Kosten für den Kita- und Kindergartenbesuch vollständig übernimmt, solange dies noch nicht durch die Landes- und Bundesebene erfolgt.

Ein wichtiger Punkt zur Qualitätssicherung in den Kitas und Kindergärten ist das Personal: hier ist zu bemängeln, dass die dort tätigen Erzieherinnen fast ausnahmslos weiblich sind. Zu bemängeln nicht, weil Frauen das schlechter könnten als Männer, sondern schlicht, weil Männer und Frauen einen unterschiedlichen Zugang zu Lehre und Erziehung haben und es zu einer größeren Vielfalt und Diversität der Erziehung beiträgt, wenn die Kinder beide Ansätze erfahren können. Wir fordern daher (analog zu vergleichbaren Regelungen zur Förderung des Frauenanteils, etwa in der Wissenschaft) bei gleicher Qualifikation bevorzugt Männer als Erzieher einzustellen, bis dieses Ungleichgewicht ausgeglichen ist.

Als einen letzten Punkt will ich hier den ÖPNV anbringen: Soll die Nutzung und Akzeptanz des ÖPNV in der Bevölkerung insgesamt gestärkt werden, so muss man gerade junge Menschen früh an den ÖPNV heranführen, seine Nutzung attraktiv und selbstverständlich machen. Wir schlagen hierzu im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern ein sehr unbürokratisches Modell vor, bei dem der (Erlanger) Schülerausweis direkt als Fahrschein für den Erlanger ÖPNV dient.

(H. Schulze, FDP)

 

Ich möchte die Kinderbetreuung in den Kinderhäusern und Schulen noch weiter ausbauen. Dabei ist mir die Wahlfreiheit, welches Angebot die Eltern annehmen möchten, besonders wichtig. Um die Vergabe von Betreuungsplätzen transparent zu gestalten, möchte ich ein vernetztes Vergabesystem implementieren. Die Jugendsozialarbeit an Schulen will ich weiter ausbauen. Die mobile Jugendsozialarbeit (Streetworker) will ich ebenfalls konsequent fortführen und erweitern. Freizeiteinrichtungen für Jugendliche will ich weiterführen und erneuern.

(J. Volleth, CSU)

 

Ich würde gerne ein Klimacamp in Erlangen etablieren, das auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren gezielt eingeht. Als Veranstaltungsort würde sich die Wöhrmühlinsel gut eignen. Ich stelle mir hier ein Umweltbildungsprogramm vor, das Workshops, Ausflüge und Mitmach-Aktionen beinhaltet.
Wir unterstützen das E-Werk, den Stadtjugendring, die Jugendclubs und Jugendhäuser in Erlangen durch unsere Haushaltsanträge finanziell, damit diese ihre eigenen Veranstaltungen durchführen können.

(A. Wirth-Hücking, Freie Wähler)

 

 

3.Was ist Ihre Meinung zur StUB und möchten Sie diese fördern?

Ohne einen erheblich besseren ÖPNV wird es nicht möglich sein, die gegenwärtigen CO2-Emissionen ausreichend zu reduzieren, um die Klimaziele einzuhalten. Dazu ist die StUB zwingend notwendig. Die Beseitigung der Belastung durch die riesigen Pendlerströme erfordert die StUB. Daher von mir ein klares Bekenntnis zur Förderung der StUB.

(S. Hornschild, Klimaliste Erlangen)

 

Gemeinsam mit der SPD bin ich ein großer Befürworter der StUB. Auch wenn ein solch großes Projekt nicht ganz einfach umzusetzen ist, bin ich doch der Meinung, dass es dazu keine gute Alternative gibt, wenn wir die Verkehrswende wollen. Und die Verkehrswende hin zu mehr ÖPNV und zu mehr Fahrrad- und Fußgängerverkehr ist aufgrund des Klimawandels dringend notwendig! Der Planungsprozess muss nun gut begleitet werden und wir müssen die Bürgerinnen und Bürger weiterhin gut beteiligen. Das ist uns bisher gut gelungen.

(F. Janik, SPD)

 

Die StUB ist mir und den Grünen seit 30 Jahren ein Herzensanliegen. Die Schiene ist das Rückgrat für einen zuverlässigen, klimafreundlichen und bequemen Öffentlichen Personennahverkehr. Die StUB wird ein entscheidender Baustein für Erlangens Verkehr der Zukunft.

(S. Lender-Cassens, Grüne)

 

Die StUB stellt eine große Chance zur Verbesserung und Attraktivitätssteigerung unseres ÖPNV in der Metropolregion dar, und ich unterstütze die derzeitigen Planungen vorbehaltlos. Gleichwohl müssen die Kosten im Blick behalten werden: Zur Erinnerung, der Bürgerentscheid hat seinerzeit ja noch nicht entschieden, dass die StUB gebaut werden soll, sondern lediglich, dass die Planungen fortgeführt werden sollten. Auf der Grundlage dieser Planungen wird es dann erst möglich sein, die Kosten realistisch abzuschätzen, auch und natürlich vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und der aktualisierten zu erwartenden Fahrgastzahlen. Also kurzum, ich bin dafür, das Projekt weiterzuverfolgen und dessen Chancen auszuloten. Sowie die Gesamtkosten aber realistisch feststehen, sollten die Bürgerinnen und Bürger nochmals final befragt werden, ob die StUB zu diesen Bedingungen realisiert werden soll.

(H. Schulze, FDP)

 

Die Erlanger Bürgerinnen und Bürger haben in einem Bürgerentscheid beschlossen, dass die StuB geplant werden soll. Dies respektiere ich.
Trotzdem sehe ich die StUB kritisch, weil ich glaube, dass die Kosten für die StuB, aufgrund der aufwendigen Bauwerke und der vollkommen neu angelegten Infrastruktur, ins unermessliche steigen werden. Dazu kommt, dass der verkehrliche Nutzen der StuB für Erlangen zu gering ist. Ich möchte den ÖPNV jetzt fördern. Deswegen würde ich unser bestehendes Bussystem optimieren und verbessern. Mehr Angebote und Anreize durch eine bessere Taktung und günstige Tarife schaffen. Durch wenige Eingriffe in die Infrastruktur könnte dem Bus überall Vorfahrt eingeräumt werden. Dies würde jetzt für eine Verbesserung sorgen und insgesamt wesentlich weniger kosten als die StuB. Bis die StuB fährt ziehen noch mindestens 20 Jahre ins Land. Darauf können wir nicht warten.

(J. Volleth, CSU)

 

Eine Stadt- Umland Bahn kann eine wichtige Infrastrukturmaßnahme sein, wenn sie bezahlbar ist. Durch die geänderten Förderrichtlinien ist die Finanzierung realistischer geworden. Unklar sind allerdings noch die Kosten für die „Sonderbauwerke“, wie Tunnel und Brücken und einen notwendigen Bertriebshof. Diese Maßnahmen sind nur bedingt förderfähig.
Der Baubeginn der StUB ist voraussichtlich 2023 oder 2024. Sollte sich der Grunderwerb verzögern, kann das auch deutlich länger dauern. Somit könnten frühestens im Jahr 2030 die ersten Straßenbahnen auf der Strecke rollen. Deshalb löst die StUB auch keine kurzfristigen Verkehrsprobleme!
Wir respektieren das Votum des Bürgerbegehrens Pro StUB, möchten aber vorab gerne die Kostenfrage geklärt wissen. Die Zeitschiene sehen wir ebenfalls kritisch. 
Von Seiten des Umwelt- und Klimaschutzes gäbe es auch andere Alternativen, die schneller und kostengünstiger umsetzbar wären, z.B. eine gut getaktete und vernetzte Buslösung mit regenerativen Antrieben. Es wäre aber auch die Reaktivierung der Aurachtalbahn denkbar. Hier wäre kaum zusätzlicher Flächenverbrauch und Ankauf von Grundstücken notwendig.

(A. Wirth-Hücking, Freie Wähler)

 

 4.Wäre es realisierbar, dass über bereits vorhandenen Supermärkten/Discountern neuer bezahlbarer Wohnraum entsteht?

Auf jeden Fall, alles andere ist Platzverschwendung. Eingeschossige Gebäude insbesondere eingeschossige Supermärkte sind auch schlicht nicht zeitgemäß und nicht mehr zu rechtfertigen. Bevor wir neue Flächen erschließen und damit weitere Grünflächen in der Stadt verlieren sollte dringend geprüft werden, ob bezahlbarer Wohnraum auch über bereits vorhandenen Gebäuden entstehen kann.

(S. Hornschild, Klimaliste)

 

Technisch ist das in den meisten Fällen kein Problem. Aber die Supermärkte/Discounter bzw. die Grundstücke auf denen diese stehen gehören nicht der Stadt. Und die Eigentümer können nicht dazu gezwungen werden. Es geht also nur durch Beratung und Überzeugung. Daran werde ich weiterhin arbeiten. Denn Wohnen ist das soziale Problem unserer Stadt. Und trotz der großen Erfolge in den letzten Jahren, ist Wohnen noch immer zu teuer für viele Menschen               

(F. Janik, SPD)

 

Weil wir möglichst sparsam mit der kostbaren Ressource Land umgehen wollen möchte ich alles dransetzen vorhandene Flächen möglichst effizient zu nutzen. Supermärkte und Discounter, oder auch deren Parkplätze stellen aus dieser Sicht eine gute Möglichkeit zur Nachverdichtung und Schaffung von zusätzlichem Wohnraum dar. Oft ist das in der Praxis kompliziert, mühsam und erfordert, dass alle an einem Strang ziehen - Eigentümer*innen, Stadt und betroffene Bürger*innen. Aber ich finde diese Mühe lohnt sich.               

(S. Lender-Cassens, Grüne)

 

Absolut! Tatsächlich ist dies – unter den verschiedenen Varianten der Nachverdichtung zur Wohnraumschaffung – eine Möglichkeit, die in der FDP Erlangen sehr positiv gesehen wird, da hier die Möglichkeit besteht, Flächen besser zu nutzen und Wohnraum zu schaffen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln und das Stadtbild insgesamt durch zu enge Bebauung nachteilig zu verändern. Zu klären sind hier aber selbstverständlich die Eigentumsfragen. Hierzu würde ich einen engen Dialog mit den Betreibern der in Frage kommenden Märkte initiieren.      

   (H. Schulze, FDP)

 

Ja, das ist realisierbar. In Zukunft muss auch in diese Richtung geplant werden. Ich bin ein großer Freund und Unterstützer solcher Maßnahmen. Für die Bestandbauten gilt allerdings, dass die entsprechenden Konzepte letztendlich mit den Eigentümern zusammen entwickelt werden müssen.           

(J. Volleth, CSU)

 

In vielen Gemeinden und Städten sind Discounter, wie Lidl und Aldi bereits bereit, über ihren Märkten Wohnraum entstehen zu lassen. Daher lohnt es sich auf jeden Fall gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt Vorgespräche mit diesen Konzernen zu führen.
Lidl ist bei einer Überbauung seiner Grundstücke nicht auf eine Wohnnutzung festgelegt. Sondern bezieht andere mögliche Nutzungen mit ein. Je nach Standort können dies beispielsweise eine Kita inklusive Freiflächen auf dem Lidl-Dach, Büros oder auch großflächige Gewerbebetriebe sein. Eine Überbauung bestehender Märkte im laufenden Betrieb ist aus statischen Gründen nicht möglich. Dafür ist fast immer die Schließung des Marktes nötig. 

(A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

 

5.Wie stehen sie zur aktuellen Flüchtlingspolitik in Erlangen und was würden sie anders machen?

Die Klimaliste Erlangen steht für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Hier hat in den letzten Jahren Frau Dr. Preuss für die Stadt Erlangen einen hervorragenden Job gemacht. An diesen Kurs wollen wir anknüpfen.

            (S. Hornschild, Klimaliste)

Es ist uns in Erlangen mit großem ehrenamtlichen Engagement gelungen, rund 2.000 Menschen aufzunehmen und eine neue Heimat zu geben. Ich bin stolz auf die Bürger*innen der Stadt, die so unser Motto „Offen aus Tradition“ jeden Tag leben. Ich würde rückblickend nichts anders machen, aber ich werde in den Bemühungen um Integration nicht nachlassen. Unterkunft, Sprachkurse, Aufenthaltsklärung, Beratung, Schule, Arbeit und Freizeitaktivitäten sind die Bausteine dafür.

            (F. Janik, SPD)

Sehr gefreut hat mich, dass der Stadtrat auf Initiative der Seebrücke beschlossen hat, weitere Geflüchtete in Erlangen aufzunehmen. Die Gesetzgebung auf Bundes- und Landesebene ist allerdings nach wie vor viel zu restriktiv. Die Unterscheidung zwischen guten Flüchtlingen und schlechten Wirtschaftsflüchtlingen ist unmenschlich. Kein Mensch verlässt grundlos sein Land.

            (S. Lender-Cassens, Grüne)

Die Flüchtlingssituation in Erlangen sehe ich derzeit unkritisch, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger haben aus meiner Sicht eine ausgezeichnete Willkommenskultur bewiesen. Gleichwohl gibt es Verbesserungsmöglichkeiten bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Hier darf es z.B. nicht sein, dass Menschen, die eine Stelle bei uns haben, selbst für ihren Unterhalt sorgen und in unsere Sozialsysteme einzahlen, abgeschoben werden. Wir brauchen Migration in unsere Arbeitsmärkte, wenn wir unseren Wohlstand auch in Zukunft sichern wollen. Daher fordert die FDP seit langem ein Einwanderungsrecht, dass diese Art von Zuwanderung ermöglicht, etwa nach einem Punktesystem wie in Kanada. Davon unabhängig gilt natürlich unsere Verpflichtung zur Aufnahme und zum Schutz politisch Verfolgter oder von Menschen aus Kriegsgebieten. Hier müssen wir uns darauf einstellen, dass es auch in Zukunft wieder zu starken Flüchtlingsströmen kommen kann, denn die Krisen in Syrien und anderswo, die die Flüchtlingskrise 2015 ausgelöst hatten, sind ja alles andere als gelöst. Zu einem unkontrollierten Zustrom wie in 2015 darf es aber nicht mehr kommen, hier ist die Bundespolitik gefordert, und als Stadt können wir nur versuchen, indirekt dort auf die Entscheidungsträger Einfluss zu nehmen.

            (H. Schulze, FDP)

Die Stadt Erlangen muss ihren Beitrag zur Flüchtlingspolitik der EU und der Bundesrepublik Deutschland leisten. Die Flüchtlinge wurden und werden in Erlangen von der Bevölkerung hilfsbereit aufgenommen. Hier ist vor allem dem hohen ehrenamtlichen Engagement vieler Privatpersonen und Hilfsorganisationen zu danken. Meiner Meinung nach darf man den Bogen allerdings nicht überspannen. Den Beitritt zum Bündnis „Sichere Häfen – Seebrücke“ erachte ich als falsches Signal. Niemand von uns will das Menschen im Mittelmeer ertrinken. Den Aufruf jedoch, noch mehr Menschen zu aktivieren, den unsicheren Weg übers Mittelmeer zu wählen halte ich für grundsätzlich falsch. Hinzu kommt, dass Erlangen jetzt schon zu wenig Wohnraum für sozial Schwache und Migranten hat. Durch den Beitritt zu derartigen Bündnissen wird aber suggeriert, dass wir genügend Wohnraum hätten. Dies führt auch zu Spannungen bei denjenigen, die heute schon auf eine Wohnung warten.

            (J. Volleth, CSU)

Wir sehen die Aufnahme von Flüchtlingen als eine humanitäre Verpflichtung, der wir uns stellen. Es ist für uns wichtig, für die Menschen die zu uns kommen eine Perspektive zu bieten. Wohnung, Zugang zu Sprache und Bildung und eine adäquate berufliche Chance sind wichtig. Dazu brauchen wir als Kommune mehr Unterstützung von Land und Bund, um z. B. die vielfältigen Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung bewältigen zu können. Eine abgestimmte europäische Flüchtlingspolitik, wird eine der größten Herausforderungen für Europa in den nächsten Jahren werden. Deutschland und seine Partner müssen sich künftig stärker dafür einsetzen, dass Fluchtursachen in den Herkunftsregionen bekämpft und nicht noch befördert werden.

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

6.Was halten Sie von der wachsenden Anzahl an Studierenden in Erlangen?

Die wachsende Anzahl an Studierenden in Erlangen finde ich gut – wir sind eine Universitätsstadt und wir profitieren von der hervorragenden Forschung der Friedrich-Alexander-Universität enorm. Wichtig ist aber auch, dass wir den Studierenden auch Wohnraum zur Verfügung stellen können. Damit der Wohnraum bezahlbar bleibt muss zukünftig die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAU Erlangen der größte Bauträger und Vermieter unserer Stadt werden. Dadurch kann unnötige Spekulation auch verhindert werden.

            (S. Hornschild, Klimaliste)

Ich freue mich darüber und kann es auch gut verstehen, dass man in Erlangen studieren möchte. Schließlich haben wir eine hervorragende Universität und die Stadt hat eine angenehme Größe. Natürlich benötigen mehr Studierende auch mehr bezahlbaren Wohnraum. Das ist eine Herausforderung, die uns weiter begleiten wird.

            (F. Janik, SPD)

Ich finde es erfreulich, wenn Leben in der Stadt ist. Und da tragen die vielen Studierenden aber auch die Friedrich-Alexander-Universität mit ihrer ganzen Vielfalt bei. Der Zuspruch der Studierenden zeigt ja auch, dass an der ganzen Universität in Forschung und Lehre super Arbeit geleistet wird.

            (S. Lender-Cassens, Grüne)

Die FDP Erlangen steht uneingeschränkt hinter unserer Universität und unterstützt alle Maßnahmen, die ihre Stellung in Forschung, Innovation und Lehre im internationalen Wettbewerb fördert. Dies muss nicht zwangsläufig mit wachsenden Studierendenzahlen einhergehen. Tatsächlich ist es im Moment so, dass die FAU einen Investitionsstau von 1,5 Milliarden Euro vor sich herschiebt, der sich trotz Finanzierungszusage durch die Landesregierung noch in keinem Landeshaushaltsentwurf wiederfindet. Und bei diesen dringend benötigten Investitionen geht es nicht in erster Linie um Wachstum der Uni, sondern vielmehr um Erhalt der Lehrgebäude und damit die Absicherung bestehenden Studienplätze. Bevor man also darüber nachdenken kann, noch mehr Studenten nach Erlangen zu holen, müssen erst einmal die bestehenden Lehrgebäude saniert bzw. ersetzt werden, da sonst schon bald die Schließung ganzer Studiengänge droht. Der OB der Stadt Erlangen muss hier Druck auf die Landesregierung ausüben, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Erst danach könnte über einen Ausbau der Studiengänge nachgedacht werden, und dann müssen auch die entsprechenden Rahmenbedingungen (Wohnraum und Verkehr) geschaffen werden.

            (H. Schulze, FDP)

Selbstverständlich freue ich mich über jeden jungen Menschen, dem es nach Erlangen zum Studieren zieht. Meine Information ist allerdings, dass die Zahl der Studierenden derzeit wieder leicht zurückgeht. Ganz allgemein finde ich es besorgniserregend, dass sich nicht mehr genügend junge Menschen für eine berufliche Ausbildung entscheiden und das Studium einer Ausbildung vorziehen.

            (J. Volleth, CSU)

Mit über 38.000 Studierenden ist die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) eine der größten Universitäten in Deutschland. Als Volluniversität bietet die FAU die gesamte Bandbreite an Studienfächern und eine Vielzahl von Studiengängen an, und ist mit ihren Studierenden und Mitarbeitern prägend und wichtig für unsere Stadt. Deshalb haben sich die Freien Wähler, auch in Erlangen, für die Abschaffung der Studiengebühren stark gemacht. Wir sind der Meinung, dass Bildung für alle zugänglichsein muss, unabhängig vom Einkommen. In Erlangen haben wir, im Dialog mit der Studierendenvertretung, die Einführung eines Semestertickets beantragt. Die Wohnungssuche in Erlangen ist nach wie vor schwierig, Studentenappartements sind rar und oft sehr teuer.

Wir setzen uns u. a. für folgende Ziele ein:

• Förderung und Errichten von Studentenwohnungen vergrößern das Wohnungsangebot

• Durch die Unterstützung von Projekten wie „Wohnen für Hilfe“ wird zusätzlicherschwinglicher Wohnraum geschaffen

• Einführung eines verbesserten Semester-Tickets für kostengünstige und auch

umweltverträgliche Mobilität, auch während der Vorlesungszeit

• Mehr Dialog und Zusammenarbeit von Stadt und FAU

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

7.Durch welche Maßnahmen gedenken Sie, die Schulden Erlangens abzubauen?

Unsere Stadt verschenkt jedes Jahr rund 120 Millionen Euro für den Import fossiler Energieträger ins Ausland. Dies ist ein extrem hoher wirtschaftlicher Schaden für unsere Stadt. Leider hat die Erlanger Stadtratspolitik diesen Kurs – wider besseren Wissens – in den letzten 24 Jahren nicht korrigiert. Dabei liegt die Lösung auf der Hand: der massiven Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort. Damit investieren wir in eine klimafreundliche Zukunft in Erlangen, wir betreiben damit lokale Wertschöpfung, schaffen neue Arbeitsplätze und stärken Handwerksbetriebe in Erlangen. Mit dem vielen zusätzlichen Geld, dass wir dann in Erlangen investieren, würde auch noch Geld übrig bleiben zum Beispiel für die Vergünstigung des ÖPNV oder für mehr sichere Radwege. Auch ein rascher Schuldenabbau wäre dann möglich. Allerdings plädiere ich dafür, bevor wir Schulden abbauen, dass wir in den nächsten Jahren zunächst massiv in Klimaschutzmaßnahmen vor Ort investieren. In einer zerstörten Welt hilft ein guter Schuldenstand keinem.

            (S. Hornschild, Klimaliste)

Erlangen hat momentan keine Geldsorgen. 2019 haben wir bereits 39 Millionen Euro entschuldet, das ist Rekord. 2020 sind weitere 9 Millionen Entschuldung geplant. Lag die Pro Kopf Verschuldung am Ende des Jahres 2014 noch bei 1.323 Euro, betrug sie im September 2019 nur noch 960 Euro. Dieser Wert kann sich wirklich sehen lassen. Neben dem Schuldenabbau ist aber die Investition in die Infrastruktur wichtig. Auch hier liegen wir mit den in 2020 geplanten 63 Millionen auf Rekordhöhe

            (F. Janik, SPD)

Die Schulden der Stadt Erlangen wurden in den letzten zwei bis drei Jahren von ca. 150 Millionen auf ca. 100 Millionen reduziert. Im Jahr 2020 ist ein weiterer Schuldenabbau vorgesehen. Wir haben sehr gute Steuereinnahmen und nun fast 90 Millionen Reserve, von dieser Summe müssen wir aber eventuell wieder etwas an Firmen zurückbezahlen. Bis das entschieden ist wird es aber dauern. Ich finde jedoch, dass wir damit auf einem guten Weg sind. Schließlich sollten wir auch nicht vergessen in unsere Zukunft zu investieren, beispielsweise beim Klimaschutz. Solche Zukunftsinvestitionen zahlen sich am Ende immer aus. Leider akzeptieren Banken gerade keinen Schuldenabbau im größeren Umfang, obwohl die Stadt das Geld hierfür hätte.

            (S. Lender-Cassens, Grüne)

Die Stadt Erlangen hat vor dem Hintergrund außerordentlich hoher Steuereinnahmen in den letzten Jahren mit rund 50 Millionen Euro etwa ein Drittel ihrer Schulden abgebaut, bei gleichzeitiger Steigerung der Investitionsmittel. Diesen Weg gilt es konsequent weiterzugehen.

            (H. Schulze, FDP)

Diese Frage stellt sich derzeit nicht. Die Stadt Erlangen hat aufgrund der sehr guten Steuereinnahmen alleine im letzten Jahr, fast 40 Mio. Euro Schulden abgebaut. Unterstellt man, dass die Steuereinnahmen auch in den nächsten Jahren weiter so fließen würden und eine Rückzahlung der Schulden möglich wäre (man ist leider manchmal an Darlehensverträge gebunden), wäre die Stadt Erlangen in der Kernverwaltung in 3 Jahren schuldenfrei.

            (J. Volleth, CSU)

Der gesamte Schuldenstand der Stadt Erlangen (Kernverwaltung mit Eigenbetrieben) betrug 261,2 Mio. € im Jahr 2018. (Der Schuldenstand der Kernverwaltung allein belief sich auf 142,8 Mio. €.)

Durch die positive Entwicklung der Gemeindesteuern können wir 39 Mio. € im Jahr 2019 an Schulden tilgen. Damit sind wir in etwa auf dem Schuldenstand von 2014 angekommen (Kernverwaltung mit Eigenbetrieben)

(Quelle: Haushalt 2020, Verwaltungsentwurf der Kämmerei.)

Um den Schuldenstand weiter abzubauen, haben wir uns folgende Ziele gesetzt:

• Der Schuldenstand muss weiter gesenkt werden, insbesondere bei den hoch

belasteten Eigenbetrieben der Stadt

• In guten Haushaltsjahren sollen vermehrt Rücklagen gebildet werden

• Steuergelder wollen wir sinnvoll und effizient einsetzen, unwirtschaftliche

Ausgaben sind zu vermeiden

• Maßvolle Stellenpolitik. Stellenneuschaffungen sollten vor allem der Gewährleistung der städtischen Pflichtaufgaben dienen

• Effizienter Mitteleinsatz und umsichtige, konsequente Haushaltspolitik

• Sinnvolle beschlossene Projekte zügig umsetzen, damit Verwaltungskapazität

neue Projekte frei wird

• Alle Maßnahmen müssen durch finanziert sein

• Die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Ämtern muss verbessert

werden, um die Effizienz der Verwaltung zu erhöhen.

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

8.Welcher ist Ihr nächster Schritt in Richtung Umwelt-/ Klimaschutz in Erlangen?

Wir werden die Mittel für Klimaschutzmaßnahmen deutlich erhöhen, von aktuell drei Millionen Euro auf 40 Millionen Euro pro Jahr für Erlangen. Damit steigen wir aus den fossilen Energien (Kohle, Öl und Gas) aus und investieren massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort. Zudem machen wir den ÖPNV für Kinder und Jugendliche kostenlos, für Erwachsene führen wir das 100 Euro-Jahresticket ein. Außerdem wollen wir Erlangen wieder zu einer modernen Fahrradstadt machen – nach Vorbild von Amsterdam, Kopenhagen und Utrecht. Hierzu halbieren wir die Anzahl der Auto-Parkplätze in der Stadt und bauen breite und sichere Radwege. Überdies wollen wir Bäume statt Beton, d.h. aus versiegelten oder betonierten Flächen müssen wieder Grünflächen entstehen und Bäume gepflanzt werden. Insgesamt zielt unser Klimaschutzprogramm darauf ab Erlangen bis 2025 zu einer klimaneutralen Stadt zu machen. Dazu haben wir intensiv mit Wissenschaftler:innen und Expert:innen gearbeitet und das ambitionierteste Klimaschutzprogramm für unsere Stadt erarbeitet.

            (S. Hornschild, Klimaliste)

Im nächsten Schritt wird geprüft, wie die Ideen der Verwaltung und die Ideen der Klimakonferenz „Conference for Future“ umgesetzt werden können. Für 2020 haben wir auch schon deutlich mehr Geld für Klimaschutz eingeplant, z.B. für Photovoltaik an der Rathausfassade oder für Zuschüsse für private Energiesparmaßnahmen und mehr Öffentlichkeitsarbeit. Ohne eine Verkehrswende wird Klimaschutz vor Ort nicht gelingen. Hier steht natürlich die Stadt-Umland-Bahn als zukunftsweisendes Leuchtturmprojekt für modernen ÖPNV. Doch wir warten nicht darauf, bis die StUB fertig ist. Wir schaffen weitere barrierefreie Bushaltestellen. Das Sozialticket ermöglicht auch Menschen mit kleinem Geldbeutel die Nutzung des Nahverkehrs. Dazu gibt es neu in Erlangen das 9-Uhr-JahresAbo zu einem Preis von 25,50 Euro, das ist ein Preisvorteil von nahezu 40 Prozent gegenüber dem regulären Jahresabo. Für 2020 gibt es außerdem keine Preissteigerung im ÖPNV. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden intensiv einbezogen, denn ein großer Schritt hin zu mehr Klimaschutz gelingt uns nur gemeinsam.

            (F. Janik, SPD)

Die Zeit drängt und die Auswirkungen des Klimawandels wurden spätestens durch die letzten beiden trockenen Sommer deutlich. Wir sollten nicht in kleinen Schritten denken, sondern alle Bremsen lösen, um echt voran zu kommen. Für die Stadt heißt das zum Beispiel: möglichst zügig Solarenergie auf allen geeigneten Dächern; Rad, Bahn und Bus so bequem und attraktiv wie möglich machen, mindestens Passivhausstandard bei Neubauten und energetische Sanierung von Gebäuden, Kraft-Wärme-Kopplung, Platz für Grün in der Stadt, damit auch an Hitzetagen die Temperaturen in der Stadt erträglich bleiben. Die Lösungen liegen auf dem Tisch. Ich bin überzeugt, wir gewinnen damit auch Lebensqualität. Was wir aber dringend brauchen sind politische Mehrheiten – und zwar möglichst deutlich. Und Bürger*innen, die mitmachen. Nur 1,8 % der Energie verbraucht die Stadtverwaltung für ihre eigenen Gebäude. Es gibt 95.000 Arbeitsplätze in Erlangen und 115.000 Einwohnende, circa. Daran erkennt man was alles an elektrischer Energie, Wärmeenergie und für den Verkehr benötigt wird. Der konkrete nächste Schritt ist die Veröffentlichung einer Studie, die uns hilft aufzuzeigen was genau die wichtigsten und effektivsten Investitionen und Taten sind. (Beispiele: Straßenbeleuchtung auf LED umrüsten, den) Radverkehr viel stärker fördern, autofreie Stadt umsetzen, alte Elektrogeräte austauschen, ÖPNV ( öffentlichen Personennahverkehr) fördern, Turnhallen sanieren, Beleuchtungen austauschen, andere Gebäude schnell energetisch sanieren). Und dann die Beteiligung der Bürger*innen, das alles ist ein großes Gemeinschaftsprojekt.

            (S. Lender-Cassens, Grüne)

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Weltklima nicht durch lokale Maßnahmen in Erlangen, vielleicht aber durch neue Technologien aus Erlangen, die wir dann in die ganze Welt liefern können, gerettet werden kann. Die Entwicklung und Forschung zu neuen Klimatechnologien, beispielsweise zu alternativen Antrieben für Fahrzeuge oder Photovoltaik mit besserem Wirkungsgrad halte ich daher für wesentlich sinnvoller, als jetzt schlecht durchdachte Maßnahmen zu treffen, die am Ende vielleicht den gegenteiligen Effekt bringen, als den, den man angestrebt hat, nur um überhaupt etwas zu tun. Wir müssen eben auch das Richtige tun! Es macht keinen Sinn, wie in Baden-Württemberg unlängst geschehen, ein Kernkraftwerk abzuschalten, um dann die dortige Stromversorgung über Stromkäufe von französischen Kernkraftwerken zu sichern, die weniger sicher sind als die deutschen und über die wir selbst keine Kontrolle haben, und dann auch noch den besonders schmutzigen Kohlestrom aus Polen dazuzukaufen. Es macht keinen Sinn, auf Lithium-Batterie-betriebene PKW zu setzen, wenn wir damit die Umwelt anderswo zerstören (Stichwort Atacama-Wüste), Kinderarbeit in Minen seltener Erden in Kauf nehmen müssen, und am Ende gar nicht die Infrastruktur haben, um all die Elektroautos zu laden (die Leitungskapazität der Stromleitung etwa in meiner ganzen Straße reicht für nur zwei Schnellladesäulen), geschweige denn die Rohstoffe für all die nötigen Batterien. Ich bin der Meinung, verantwortungsvolle Politik, gerade in einer Kommune, muss sich neben sinnvollen Maßnahmen zum Schutz des Klimas auch mit der nötigen Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel beschäftigen, von Wasserspendern flächendeckend in der Stadt über kühle Schutzräume für die ältere Bevölkerung bis hin zur Anpassung städtischer Pflanzungen mit hitzeresistenteren Arten.

            (H. Schulze, FDP)

Ich will die Radwegeinfrastruktur und den ÖPNV verbessern. Die ESTW würde ich beim Ankauf von Bussen mit umweltverträglichen Antriebsarten finanziell unterstützen. Wir müssen mehr Plätze begrünen und Investitionen in energetische Gebäudesanierung vornehmen. Ein weiterer Baustein ist der Ausbau der Nah- und Fernwärme, sowie der Solarenergie.

            (J. Volleth, CSU)

Die Stadt Erlangen hat Ende Mai 2019 als erste bayerische Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Damit geht der Stadtrat eine Selbstverpflichtungein, um die geforderten Klimaziele zu erreichen. Auch im Erlanger Stadtrat setzen wir uns als Freie Wähler für den Klimaschutz ein, und tun das auch weiterhin. In den letzten Jahren haben wir bereits viele Anträge zu diesem Thema in den Stadtrat eingebracht: Wir setzen hierbei auf eine transparente und nachhaltige Umweltpolitik in Abstimmung mit den Bürgern.

Konkret wollen wir folgendes umsetzen:

• Mehr Beratung im Hinblick auf alternative Energiequellen

• Beratung und Förderung von Projekten, wie Mieterstrom-Modell (PV-Anlagen)

• Ausbau der energetischen Beratung für die regionale Wirtschaft und der Handwerksbetriebe

zu Photovoltaik, Biogasanlagen und Kraft-Wärme-Kopplung

(Blockheizkraftwerke)

• Direktvermarktung regionaler Produkte fördern

• Flächenverbrauch reduzieren

• Städtische Grünflächen aufwerten, Bäume pflanzen

• Ausbau der Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben

• Die Stadt Erlangen wird Gemeinwohlkommune

• ÖPNV und Radwege weiter ausbauen

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

9.Würden Sie das Wahlalter auf 16 senken wollen? Begründen Sie Ihre Meinung!

Zur Wahlalterabsenkung habe ich in Berlin mit dem Verein „Mehr Demokratie e.V.“, mehreren bundesweiten Jugendorganisationen und Rechtsprofessoren eine Netzwerk „Wahlrecht U18“ initiiert. Im ersten Schritt setzen wir uns für eine Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre ein. Viele Entscheidungen von heute haben erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der jungen Generation. Die junge Generation muss daher mitentscheiden dürfen.

                (S. Hornschild, Klimaliste)

Ja, denn Entscheidungen die die Politik heute trifft wirken sich stark auf die Zukunft der Jugendlichen aus. Ein gutes Beispiel ist die Klimapolitik, bei der sich viele junge Menschen ein deutlich schnelleres Vorgehen wünschen, weil sie ihre Zukunft bedroht sehen. Außerdem ist die Jugend alles andere als unpolitisch, wie die derzeitigen Demonstrationen für mehr Klimaschutz, für die Demokratie oder gegen steigende Mieten zeigen.

                (F. Janik, SPD)

Die Grünen fordern seit langem, das Wahlalter zu senken. In 11 anderen Bundesländern ist dies bereits geschehen. Leider wurden Anträge der Grünen im Landtag dazu von der Regierungskoalition abgelehnt. Das ist aus meiner Sicht eine vertane Chance, denn es wird doch ständig mehr Interesse und Engagement gerade der ju8ngen Menschen gefordert. Die Kommunalpolitik ist die Ebene, bei der Politik tagtäglich greifbar und erlebbar wird. Und wo mitmachen sehr einfach ist.

                (S. Lender-Cassens, Grüne)

Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 kann ich mir persönlich vorstellen, allerdings nur auf kommunaler Ebene. Grund für diese Einschränkung ist für mich die oben schon erwähnte Hirnentwicklung, die mit dem Ende der Pubertät abgeschlossen ist – das ist bei Mädchen etwa mit 18, bei Jungs noch etwas später. Eine generelle Absenkung des Wahlalters auf 16 sehe ich daher eher kritisch.

                (H. Schulze, FDP)

 

Diese Frage fällt grundsätzlich nicht in meinen Kompetenzbereich. Ich hätte vermutlich nichts dagegen, wenn man auch die sonstige Gesetzgebung anpassen würde. Es ist meiner Meinung nach nicht nachvollziehbar, warum man mit 16 wählen darf, aber seine Entschuldigung in der Schule nicht selbst unterschreiben darf. Das gleiche gilt für viele andere Rechtsvorschriften wie z.B. das Jugend und Strafrecht, Führerscheinrecht usw.

                (J. Volleth, CSU)

 

Wir finden mit 16 Jahren sind Jugendliche alt genug, um mitbestimmen zu können. Das macht besonders auch das große Engagement der Jugendlichen im Jugendparlament oder bei „Fridays for Future“ deutlich. Mit einer Senkung des Wahlalters wären die politischen Interessen der Jugend besser vertreten.

Eine Änderung des aktiven Wahlrechts lässt sich wegen des dafür erforderlichen Volksentscheids frühestens bis zur Kommunalwahl 2026 realisieren Deshalb wollen wir Freien Wähler die Zeit bis dahin nutzen, um junge Menschen auf ihr Wahlrecht adäquat vorzubereiten. Konkret wollen wir das Jugendehrenamt fördern, die außerschulische Jugendarbeit intensivieren und die Jugendringe stärken. Wir setzen uns in Erlangen für eine Stärkung des Jugendparlaments ein. Landespolitisch fördern wir eine Intensivierung der politischen Bildung als Extremismus-Prävention und eine Weiterentwicklung der Landeszentrale für Politische Bildung.

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

 

 

 

10.Warum sollten die Erlanger Bürgerinnen und Bürger Ihnen ihre Stimme geben?

Schon jetzt bekommen bereits jetzt die Auswirkungen der Klimakrise auch in Erlangen deutlich zu spüren, unter anderem durch Hitzesommer, anhaltende Trockenheit, absterbende Bäume. Die nächsten sechs Jahre sind die für unsere Zukunft alles Entscheidenden. Wir müssen jetzt die Weichen für unsere Zukunft auch in Erlangen stellen und im Klimaschutz deutlich ambitionierter handeln. Ein politisches Weiter-so darf und kann es nicht geben. Erlangen hat 30.000 Studierenden, wir haben renommierte Wissenschaftler:innen und ziemlich clevere Ingenieur:innen in unserer Stadt. Zudem hat Erlangen eine sehr gute Haushaltssituation. Lasst uns das mutig kombinieren. Wir haben optimale Voraussetzungen, um Erlangen zur klimafreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen. Wir können bundesweites Vorbild für eine mutige Klimapolitik werden und das Unmögliche möglich machen. Dafür braucht es auch in Erlangen endlich eine Politik, die nicht nur redet, sondern handelt. Dazu treten wir mit der personell größten Stadtratsliste der Klimaliste Erlangen zur Wahl am 15. März an. Wählt die Klimaliste Erlangen! Für ein konsequente Klimapolitik, die unsere Zukunft, die unserer Kinder und Enkelkinder sichert.

            (S. Hornschild, Klimaliste)

- - -

(F. Janik, SPD)

Weil ich alles was gefragt wurde und von mir hier in diesem Brief beantwortet wurde auch umsetzen möchte. Und natürlich noch mehr.
Das geht als Oberbürgermeisterin besser als als 2. Bürgermeisterin.
Aber entscheidend ist natürlich auch die Anzahl der gewählten Stadträt*innen. Um gute, grüne, transparente Politik zu machen braucht man Mehrheiten.

            (S. Lender-Cassens, Grüne)

Siehe unter Punkt 1. bis 9. ;-)

Aber Scherz beiseite: Die Bürgerinnen und Bürger sollten mir Ihre Stimme geben, weil ich eine besonnene und durchdachte Politik mit Vernunft und Augenmaß vertrete: Ich liebe Erlangen und möchte, dass es seinen Charakter behält, dennoch aber Chancen einer weiteren Entwicklung, sei es als Forschungsstandort, Arbeitsplatz oder Wohnort, ausschöpfen kann, im Dialog mit den und nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger. Grundsätzlich stehe ich nicht für eine Konfrontation verschiedener Weltanschauungen, sondern für die Suche nach Lösungen, die möglichst die Interessen aller berücksichtigt. Dafür bitte ich um Unterstützung.

           (H. Schulze, FDP)

Weil ich für ein besseres Konzept in der Stadtentwicklung stehe, nämlich für den Masterplan Erlangen 2040. Der derzeitige Oberbürgermeister hat bei den wichtigsten Fragen, die die Zukunft der Stadt betreffen, eklatante Fehler gemacht und diese auch selbst eingeräumt. Die Entwicklung der Stadt Erlangen wurde durch das bornierte Vorgehen des Oberbürgermeisters z.B. beim Thema West III, entscheidend verhindert und gebremst. Außerdem stehe ich für ein besseres Konzept im Bereich Mobilität und Verkehr. Ich will Angebote und Anreize schaffen, damit mehr Menschen auf den ÖPNV und das Fahrrad umsteigen. Die jetzige Koalition will die Verkehrsarten gegeneinander ausspielen und den MIV aussperren. Das halte ich für das falsche Signal. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Menschen, aus den unterschiedlichsten Gründen auf ihr eigenes Fahrzeug angewiesen sind. Diese kann ich nicht einfach aussperren, ohne ihnen vorher ein anderes Angebot zu machen.

            (J. Volleth, CSU)

Weil für mich die Stadt Erlangen und das Wohl der hier lebenden Menschen im Vordergrund steht, und nicht die Parteipolitik.
Als Kandidatin der Freien Wähler bin ich unabhängig und lobbyfrei.
Mein Ziel ist es die beste Lösung für die Stadtgesellschaft und die Region zu erreichen.
Wir Freien Wähler kommen aus der Kommunalpolitik und kennen die Probleme der Bürger und Bürgerinnen vor Ort.

  1. (A.Wirth-Hücking, Freie Wähler)

Lehrkräfte Sozialkunde am MTG

Barth Dr., Erwin
Barth Dr., Erwin
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Bar
Fürst, Manuel
Fürst, Manuel
Englisch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:
Schmidt-Tychsen, Ingo
Schmidt-Tychsen, Ingo
Englisch / Sozialkunde
Kürzel:ST
Teufel, Florian
Teufel, Florian
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Tfl
Fachbetreuung G./Sk., Personalrat